Abwasserreinigung
Abwasserreinigung
Von der Verschmutzung zur Reinheit
Jeden Tag gelangen große Mengen verschmutzten Wassers aus Haushalten, Gewerbe und Industrie in unsere Kanalisation – beim Duschen, Kochen, Putzen oder Waschen. Die Aufgabe der ARA Guggersbach ist es, dieses Abwasser vollständig und umweltschonend zu reinigen. Der gesamte Reinigungsprozess folgt einem hochentwickelten, mehrstufigen Verfahren, das nicht nur Wasser säubert, sondern auch Energie erzeugt und Reststoffe sinnvoll verwertet.


Der Reinigungsprozess
Der Reinigungsprozess
4 Stufen für sauberes Wasser
Die ARA Guggersbach arbeitet mit einem bewährten und kontrollierten Vierstufenmodell. Jede Stufe erfüllt eine klare Funktion – vom ersten Grobrechen bis zur Klärung im biologischen Reaktor.
Mechanische Vorreinigung
Der erste Schutz
Das Abwasser gelangt zuerst in einen Rechen, wo grobe Feststoffe wie Papier, Hygieneartikel oder Verpackungen entfernt werden. Danach durchläuft es den Sandfang, in dem Sand, Kies und ähnliche schwere Partikel sedimentieren. So wird verhindert, dass diese Feststoffe Pumpen und Rohrleitungen beschädigen.
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Vorklärung
Beruhigung und Abscheidung
In den Vorklärbecken setzt sich der verbleibende organische Schlamm durch ruhige Strömungsverhältnisse am Boden ab. Diese Stufe entfernt bereits rund ein Drittel der im Wasser enthaltenen Stoffe.
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Biologische Reinigung
Mikroben als Teamplayer
Jetzt kommt die Natur ins Spiel: In den Belebungsbecken sorgen Mikroorganismen dafür, dass die restlichen gelösten organischen Stoffe abgebaut werden. Die Bedingungen (Sauerstoffzufuhr, Temperatur, Durchflussgeschwindigkeit) sind genau abgestimmt, um den Bakterien optimale Lebensbedingungen zu bieten.
3
Nachklärung und Faulturm
Stabilisierung und Energiegewinn
Das behandelte Wasser gelangt nun in die Nachklärbecken, wo sich die Mikroorganismen absetzen und der sogenannte Belebtschlamm entfernt wird. Anschließend wird dieser Klärschlamm im Faulturm über drei Wochen stabilisiert – dabei entsteht in den durch Methangas betriebenen Blockheizkraftwerken Wärme, die direkt für die Stromproduktion genutzt wird.
Das gereinigte Wasser verlässt die Anlage schließlich über eine Auslaufleitung und wird kontrolliert in die Sense eingeleitet.
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Energie & Nachhaltigkeit
Energie & Nachhaltigkeit
Aus Abwasser wird Strom
Methangas als Energiequelle
Beim Faulungsprozess entsteht Biogas, hauptsächlich Methan. Dieses wird in drei Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. So produziert die ARA Guggersbach jährlich rund 290.000 Kilowattstunden Strom – genug, um den Großteil des Eigenbedarfs zu decken.
Photovoltaik
Seit 2022 unterstützt zusätzlich eine Photovoltaikanlage mit rund 80.000 Kilowattstunden Jahresleistung die Energieproduktion. Der gewonnene Strom wird zum Betrieb der Anlage genutzt.
Abwärme clever genutzt
Die beim Betrieb entstehende Wärme wird direkt für die Gebäudeheizung und zur Prozessunterstützung verwendet. Damit schließt sich der nachhaltige Kreislauf: Reinigung, Energieerzeugung, Wiederverwertung.
Moderne Technik
Die ARA Guggersbach ist mit acht Klärbecken (2 Sandfang-, 2 Vorklär-, 2 Biologie-, 2 Nachklärbecken) und moderner Prozessleittechnik ausgestattet. Automatisierte Steuerungen, laufende Überwachung und regelmäßige Wartung garantieren einen störungsfreien und effizienten Betrieb – 365 Tage im Jahr.
Zuletzt wurde ein Notstromaggregat installiert, das den Betrieb auch im Falle eines Stromausfalls sichert – ein wichtiges Sicherheitsfeature, nicht nur im Winter.
Kontrolle & Qualitätssicherung
Die gereinigten Abwässer unterliegen strengen gesetzlichen Grenzwerten und werden regelmäßig durch interne sowie kantonale Labore überwacht. Die hohe Qualität der Reinigung zeigt sich im Ergebnis: Das Wasser, das in die Sense eingeleitet wird, ist heute deutlich sauberer als früher – ein Erfolg jahrzehntelanger Forschung, Investition und Betriebsoptimierung.
Zwei Turbo-Zutaten
Zwei Turbo-Zutaten
Speiseöl & Küchenabfälle

Seit rund 15 Jahren beschreitet die ARA Guggersbach einen innovativen Weg in der Energiegewinnung: Sie nutzt zusätzlich Speiseabfälle aus Kantinen und Restaurants sowie gebrauchtes Frittieröl.
Diese organischen Stoffe werden zu einer flüssigen Masse („Suppenmischung“) verarbeitet und dem Faulungsprozess beigefügt – mit großem Erfolg. Sie steigern die Gasproduktion spürbar und beschleunigen den biologischen Abbau.
Wichtig: Nur pflanzliche Küchenabfälle sowie Fleisch und Fisch, keine Knochen – diese würden den Prozess stören oder Schädlingsbefall verursachen.
Jährlich verarbeitet die Anlage rund 440 Tonnen solcher Speisereste und circa 20.000 Liter Speiseöl – ein starker Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.




